Umzug nach Essen – Tipps und Tricks für Planung und Eingewöhnung
Essen ist nicht die lauteste Stadt im Ruhrgebiet, nicht die bekannteste – aber vielleicht die überraschendste. Ihr plant einen Umzug nach Essen oder seid schon mittendrin? Tipps und Tricks für die Planung und Eingewöhnung findet ihr in diesem Beitrag. Herzlich willkommen!
Wer nach Essen zieht, denkt vielleicht zuerst an Stahl, Zechen und graue Industriekultur. Und dann steht man plötzlich im Grugapark, schlendert durch die Rüttenscheider Straße oder radelt am Baldeneysee entlang – und fragt sich, warum man das nicht früher gewusst hat.
Damit ihr von Anfang an wisst, worauf es ankommt, haben wir die wichtigsten Tipps für euren Umzug und eure ersten Wochen in Essen zusammengestellt.
Umzug nach Essen – die Vorbereitung
Den richtigen Stadtteil finden ist in Essen keine Kleinigkeit – die Stadt hat 50 Stadtteile, und die unterscheiden sich enorm. Rüttenscheid gilt als das hippe, gastfreundliche Viertel mit Cafés, Restaurants und einer lebendigen Straße, die alle nur „Rü“ nennen.
Wer es ruhiger mag und Familien mit Garten im Sinn hat, schaut sich eher im Süden um – in Werden, Kettwig oder Bredeney. Studenten zieht es oft nach Holsterhausen oder in die Nähe der Universität. Und wer nah am Hauptbahnhof und mittendrin sein will, ist in der Innenstadt oder in Frohnhausen gut aufgehoben.
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Den Wohnungsmarkt realistisch einschätzen: Essen ist bezahlbarer als Düsseldorf oder Köln, aber günstig ist relativ. Gute Wohnungen in Rüttenscheid oder am See sind begehrt. Schaut euch auf den üblichen Portalen um, aber auch in lokalen Facebook-Gruppen und auf dem schwarzen Brett in Supermärkten oder Uni-Gebäuden – da findet man manchmal die echten Perlen.
Die Ummeldung nicht auf die lange Bank schieben: Innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug müsst ihr euch beim Bürgeramt anmelden. In Essen geht das mit Termin über das Online-Portal der Stadt – bucht den Termin am besten noch vor dem Umzug, denn freie Slots füllen sich schnell.
Denkt außerdem daran, eure Adresse rechtzeitig bei Bank, Versicherung, Arbeitgeber und natürlich dem guten alten Rundfunkbeitrag zu aktualisieren.
Der Umzugstag: Praktisch denken
Wer in Essen einzieht, merkt schnell: Die Stadt ist groß, aber die meisten Viertel sind gut erreichbar. Trotzdem lohnt es sich, vorab zu prüfen, ob ihr für den Umzugswagen eine Halteverbotszone beantragen müsst. Das geht über das Ordnungsamt und kostet zwar etwas, spart euch aber Nerven und teure Strafzettel.
Für den Umzug selbst gilt die ewige Faustregel: lieber einen Truck zu viel als zu wenig. Und wer Freunde einspannt, sollte früh genug fragen, großzügig mit Pizza und Kaltgetränken entlohnen – und ehrlich sein, was den Aufwand angeht. Niemand mag es, wenn aus „ein paar Kisten“ plötzlich eine komplette Küche wird.
Umzug nach Essen – die Stadt kennenlernen
Der erste Eindruck zählt – also gebt Essen eine faire Chance. Und die bekommt ihr am besten, wenn ihr aktiv auf Entdeckungsreise geht.
Rüttenscheid erkunden ist quasi Pflicht.
Die Rü bietet an einem Nachmittag alles, was ihr braucht: Bäcker, Wochenmarkt, Weinbar, Buchhandlung, Dönerladen der Extraklasse. Setzt euch ins Café, beobachtet die Menschen und ihr werdet verstehen, warum die Rüttenscheider so stolz auf ihr Viertel sind.
Zeche Zollverein besuchen – und zwar nicht nur einmal. Das UNESCO-Welterbe mitten in der Stadt ist mehr als ein Ausflugsziel, es ist ein Beweis dafür, dass Industriekultur und Schönheit kein Widerspruch sein müssen. Im Winter gibt es dort Eislaufen, im Sommer Konzerte, das ganze Jahr über Ausstellungen und gutes Essen im Restaurant.
Den Baldeneysee entdecken: Ja, Essen hat einen See. Einen richtigen. Mit Segelbooten, Strandbad und einer Uferrunde, die locker zwei Stunden dauert. Im Sommer ist er das Herzstück der Freizeitgestaltung vieler Essener – und wer einmal dort war, versteht warum.
Die Nachbarschaft ansprechen: Klingt altmodisch, funktioniert aber. Im Ruhrgebiet ist die direkte Art keine Unhöflichkeit, sondern Normalzustand. Ein kurzes Hallo im Treppenhaus, ein Lächeln beim Bäcker – die meisten Menschen hier sind offen und hilfsbereit, wenn man es selbst auch ist.
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Umzug nach Essen – Fazit und Tipps
Für den ÖPNV empfiehlt sich die Deutschlandticket – damit kommt ihr nicht nur in Essen rum, sondern in der gesamten Metropolregion Ruhr ohne Aufpreis. Das Netz aus U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen ist dicht, auch wenn es wie überall seine Eigenheiten hat.
Wer ein Auto mitbringt: Ein Bewohnerparkausweis kann in vielen Stadtteilen Gold wert sein. Informiert euch über die Parkzonen in eurem Viertel, bevor ihr euer Auto täglich im Halteverbot abstellt.
Und schließlich: Lasst euch nicht entmutigen, wenn die ersten Wochen holprig sind. Ein Umzug ist immer eine Zumutung – und eine Chance. Essen ist eine Stadt, die man lieben lernt, nicht auf den ersten Blick, aber mit der Zeit umso mehr. Der Pott macht aus Fremden Nachbarn, und aus Nachbarn manchmal echte Fans.
Herzlich willkommen in Essen. Ihr seid jetzt Pottler.










